Digitaler Datenputz 2026

Mitmachaktion für mehr Sicherheit, Transparenz und Ordnung in Ihren Datenbeständen

Veröffentlicht im September 2026

Warum lohnt sich ein Blick auf die eigenen Datenbestände?

Die Digitalisierung hat den Bildungsbereich nachhaltig verändert. Lernplattformen, Cloud-Dienste, digitale Kommunikationswege und Verwaltungssysteme gehören heute zum Alltag vieler Schulen und Bildungseinrichtungen. Gleichzeitig wachsen die Datenbestände stetig an. Werden Dateien, Freigaben und Zugriffsrechte nicht regelmäßig überprüft, können Sicherheitsrisiken und unnötige Komplexität entstehen.

Im Interview mit Dr. Sara Elisa Kettner sprechen wir darüber, warum ein verantwortungsvoller Umgang mit digitalen Daten an Bildungseinrichtungen immer wichtiger wird, welche Herausforderungen ungepflegte Datenbestände mit sich bringen und wie der Digitale Datenputz 2026 dabei helfen kann, die digitale Infrastruktur sicherer und übersichtlicher zu gestalten.

Digitale Lernplattformen, Schulportale und Cloud-Dienste erzeugen täglich neue Daten. Warum fällt es Bildungseinrichtungen oft schwer, den Überblick über ihre Datenbestände zu behalten? 

Hausaufgaben, Klausuren, Studierendenakten, Elternkommunikation, Teilnehmendenlisten und Verwaltungsunterlagen sammeln sich im Alltag von Bildungseinrichtungen stetig an. Das passiert über Jahre hinweg und über mehrere Systeme verteilt. Für die Bildungseinrichtungen kostet das nicht nur Speicherplatz, sondern auch die Energie, Konzentration und Nerven der Mitarbeiter:innen. Gerade Bildungseinrichtungen mit häufig wechselnden Jahrgängen, Projekten und Zuständigkeiten verlieren so leicht die Übersicht, welche Daten noch aktiv benötigt werden und welche längst zu digitalem Ballast geworden sind.

Was sind typische "digitale Altlasten" an Schulen, Hochschulen oder Weiterbildungseinrichtungen und welche Probleme können daraus entstehen? 

Zu den größten Altlasten zählen überfüllte E-Mail-Postfächer, veraltete Ordnerstrukturen auf Laufwerken und in Clouds mit doppelten Dokumentenversionen aus abgeschlossenen Schuljahren oder Semestern, freigegebene Cloud-Links, die niemand deaktiviert hat, sowie ungenutzte Zugriffsrechte ehemaliger Lehrkräfte oder Mitarbeiter:innen und Mitarbeiter. Diese Altlasten bergen konkrete Probleme: Sie erhöhen das Datenschutz- und Sicherheitsrisiko, erschweren das Wiederfinden wichtiger Unterlagen und verursachen unnötige Speicher- und Energiekosten.

Welche neuen Herausforderungen entstehen durch KI und digitale Lernangebote? 

Zuerst einmal ist wichtig zu betonen, welche immensen Chancen im Einsatz von KI im Bildungsbereich stecken. Das berichten unsere Mitglieder und Entwicklungspartner regelmäßig. Jedoch hat der Einsatz von KI auch erhebliche Auswirkungen auf den Ressourcenverbrauch. Rechenzentren, die KI-Anwendungen betreiben, verbrauchen große Mengen an Strom. Besonders energieintensiv ist dabei das Training von KI-Modellen, das große Mengen an Daten verarbeitet und leistungsstarke Rechenleistung erfordert.
Für Bildungseinrichtungen ist im KI-Zeitalter besonders wichtig, eine saubere und gut strukturierte Datenbasis für KI-gestützte Lernangebote und digitale Anwendungen zu nutzen. Denn eine aufgeräumte Datenablage verringert nicht nur den Aufwand für diese Anwendungen, sondern auch den damit verbundenen Energie- und Ressourcenverbrauch. Gleichzeitig braucht es ein neues Bewusstsein bei Lehrkräften und Mitarbeiter:innen und Mitarbeiter für den ökologischen Fußabdruck von KI, damit digitale Lernangebote gezielt und verantwortungsvoll eingesetzt werden.

Welche Vorteile ergeben sich für Bildungseinrichtungen, wenn sie ihre Daten regelmäßig überprüfen, bereinigen und strukturieren? 

Wer seine Datenbestände regelmäßig überprüft und bereinigt, bspw. im Rahmen eines Digitalen Datenputzes, reduziert nicht nur den Energie- und Ressourcenverbrauch, sondern sorgt zugleich für mehr Übersicht in den Dateiablagen. Ein aufgeräumter Datenbestand stärkt gleichzeitig den Datenschutz und erhöht die Datensicherheit, da veraltete oder vergessene Daten ein unterschätztes Risiko darstellen. Wer unnötige Daten löscht und klare Strukturen schafft, gewinnt darüber hinaus auch mental spürbar mehr Ordnung und Klarheit. Für Lehrkräfte, Verwaltung und Schulleitung bedeutet das im Alltag schnelleres Wiederfinden wichtiger Unterlagen und weniger doppelte Abstimmungsschleifen.

Kann man sich einer solchen Datenputz-Aktion anschließen? 

Ja, der Digitale Datenputz findet 2026 bereits zum vierten Mal statt und ist eine gemeinsame Aktion verschiedener Organisationen im Rahmen der CDR-Initiative, mit der Mitarbeitende für das Aufräumen ihrer Daten auf Festplatten, Netzwerklaufwerken, in E-Mail-Postfächern und in der Cloud begeistert und unterstützt werden. Die Einladung zum Mitmachen gilt für alle interessierten Organisationen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine kleine Weiterbildungseinrichtung oder eine große Hochschule handelt. Wichtig ist lediglich, dass die Einrichtung gemeinsam mit der CDR-Initiative einen ernsthaften Beitrag leisten möchten.

Und wie funktioniert das? 

Die Umsetzung selbst liegt vollständig bei der jeweiligen Organisation und Mitstreiter:innen entscheiden selbst, wann und wie intensiv sie putzen. Die Geschäftsstelle der CDR-Initiative stellt zur Vorbereitung und Durchführung verschiedene Materialien bereit, darunter unsere bewährten Checklisten mit hilfreichen Umsetzungstipps. Es gibt keine Verpflichtung, alle Module umzusetzen oder Datenmengen zu messen. Die Umsetzung kann individuell an die eigenen Systeme, Sprache und Prozesse angepasst werden. Der Aktionszeitraum ist vom 14. bis zum 18. September und der Anmeldeschluss ist der 04. September 2026.

Anmelden & mitmachen

Werden Sie Teil des Digitalen Datenputzes 2026 und setzen Sie gemeinsam mit anderen Bildungseinrichtungen ein Zeichen für digitales Verantwortungsbewusstsein.

Melden Sie sich bis zum 04.09.2026 an und kontaktieren Sie uns!

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Verfasser

Dr. Sara Elisa Kettner

Dr. Sara Elisa Kettner
Leiterin der Geschäftsstelle

Sara Elisa Kettner ist Leiterin der Geschäftsstelle der CDR-Initiative des BMJV und begleitet Organisationen seit acht Jahren im ...